MIV-Leitfaden zur Nachhaltigkeit bei Molkereien

Der Milchindustrie-Verband e.V. (MIV) hat seinen Mitgliedern einen Leitfaden “Nachhaltigkeit in der milchwirtschaftlichen Praxis – Anwendung der ISO 26000” übermittelt (Das Inhaltsverzeichnis des Leitfadens finden Sie unten). Damit wurde erstmalig eine grundlegende Übersicht zu dem aktuellen Thema erstellt. Ziel ist es, dass verantwortungsvolles Verhalten zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft führt.

Erster lebensmittelspezifischer Leitfaden zur Nachhaltigkeit erschienen

Der Milchindustrie-Verband e.V. (MIV) hat seinen Mitgliedern 2011 einen Leitfaden “Nachhaltigkeit in der milchwirtschaftlichen Praxis – Anwendung der ISO 26000” übermittelt (Das Inhaltsverzeichnis des Leitfadens finden Sie unten). Damit wurde erstmalig eine grundlegende Übersicht zu dem aktuellen Thema erstellt. Ziel ist es, dass verantwortungsvolles Verhalten zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft führt.

Auf Initiative des MIV-Vorstandes hat eine kleine Gruppe von Fachleuten aus der milchwirtschaftlichen Praxis unter Vorsitz von Herrn Dr. Wolfgang Jung (ehemals Hochland SE) den 90-seitigen Leitfaden erstellt. Hervorheben möchten wir, dass dem Wunsch der Praxis entsprechend das Werk neben grundlegenden Ausführungen, umfangreiche Checklisten mit beispielhaften Umsetzungshilfen/Empfehlungen für die Praxis enthält. Außerdem sind übergeordnete Regelwerke aufgeführt. Schließlich ist im Leitfaden beispielhaft für die sog. Firma “Beispiel” eine mögliche “Leitlinie zur Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung” zusammengestellt worden, die der Milchindustrie als Basis dienen kann. Die Inhalte des Leitfadens, wie die Checklisten können auch in elektronischer Form zur Verfügung gestellt werden.

Vieles liegt schon vor

Viele milchwirtschaftliche Unternehmen sind heute bereits nach internationalen Qualitätsmanagement- und/oder Umweltmanagementnormen zertifiziert, so dass sie ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung jetzt schon Rechnung tragen. So erwarten Zertifizierungsstandards, wie der IFS eine schriftlich festgelegte Unternehmenspolitik (Leitlinien), die Aussagen zur Kundenorientierung, Umweltverantwortung, Ethik und Personalverantwortung macht. Insofern liegt in den milchwirtschaftlichen Unternehmen schon heute viel vor. Sie waren und sind in der Lebensmittelindustrie diesbezüglich seit langem und zukünftig auch führend. So hat sich der Milchindustrie-Verband frühzeitig in seinen Arbeitsgruppen des aktuellen Themas Nachhaltigkeit angenommen.

Zur ISO-Norm

Die ISO 26000 als internationaler Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung ist praktisch eine Zusammenfassung aller Aktivitäten zur gesellschaftlichen Verantwortung eines Unternehmens. Diese Zusammenschau der sozialen Belange und Umweltbelange, neben den wirtschaftlichen Aspekten, sollten in die Unternehmenstätigkeit integriert werden und zwar gesamtheitlich.

Diese ISO-Norm kann und will sicher keine “neuen Räder” erfinden und stellt auch keine neuen, bisher unbekannten Forderungen. Es ist eine Selbstverständlichkeit und absolut keine neue Anforderung, dass beispielsweise die gesetzlichen Bestimmungen und Vorgaben befolgt werden müssen, sei es im Arbeits-, Handels-, Umwelt-, Wettbewerbs- oder Lebensmittelrecht.

Mit der ISO 26000 “Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung” liegt eine internationale Norm mit den Grundlagen vor. Die ISO 26000 ist in Deutschland eine nicht-zertifizierungsfähige Norm und fußt auf freiwilliger Umsetzung ihrer Anforderungen. Eine Zertifizierung auf Basis der OENORM S2500 oder AENOR RS10 wäre möglich.

An den Kriterien der ISO orientiert sich der vorliegende MIV-Leitfaden “Nachhaltigkeit in der milchwirtschaftlichen Praxis”. Kernthemen gesellschaftlicher Verantwortung der Milchindustrie (Umsetzung in den Unternehmen) sind Organisationsführung, Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Umwelt, faire Betriebs- und Geschäftspraktiken, Konsumentenfragen, regionale Einbindung und Entwicklung des Umfelds. Hiermit müssen sich Unternehmen auseinandersetzen, wenn sie die Anforderungen der Norm ISO 26000 zur gesellschaftlichen Verantwortung erfüllen wollen.

Der vorliegende Leitfaden dient als Hilfestellung für die Unternehmen der Milchindustrie eine eigene unternehmensspezifische Leitlinie zur gesellschaftlichen Verantwortung und zum nachhaltigen Handeln zu erstellen. Er wurde aus der milchwirtschaftlichen Praxis von Vertretern der MIV-Arbeitsgruppe Qualität und Produktsicherheit, der MIV-Arbeitsgruppe Umwelt und der MIV-Arbeitsgruppe Sozialpolitik für die Praxis erstellt.

Aufbau des MIV-Leitfadens

Der MIV-Leitfaden gliedert sich in eine Einleitung, Ausführungen zur Bedeutung der ISO 26000 für die Milchindustrie-Erwartungen, den Aufbau des ISO 26000-Leitfadens, Erläuterungen zu den 7 Prinzipien der gesellschaftlichen Verantwortung.

Als Hilfestellung sind im Anhang die wesentlichsten Anforderungen der Kernthemen in Frageform in Checklisten zusammengestellt. Gleichzeitig sind darin beispielhaft Umsetzungshilfen für die Praxis und Empfehlungen enthalten sowie übergeordnete Regelwerke aufgeführt. Durch das systematische Abarbeiten der Checklisten im Unternehmen und ggf. eigene, individuelle Umsetzung werden die Kernforderungen der ISO 26000 Norm erfüllt. Antworten auf die dort gestellten Fragen könnten in einer ethischen Verhaltensleitlinie münden, deren individuelle Ausgestaltung, ebenso wie die Bearbeitungstiefe den Unternehmen überlassen bleibt.

Hinweise zur Anerkennung der gesellschaftlichen Verantwortung und die Einbindung von Anspruchsgruppen ergänzen den Hauptteil. Es folgen Handlungsempfehlungen zur unternehmensweiten Integration der gesellschaftlichen Verantwortung. Schließlich ist beispielhaft für die sog. Firma “Beispiel” eine mögliche Leitlinie zur Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung zusammengestellt worden, die der Milchindustrie als Basis dienen kann.

Es ist zu hoffen, dass der Milchsektor und so auch die Milcherzeuger aus dem “MIV-Leitfaden zur Nachhaltigkeit in der milchwirtschaftlichen Praxis” den Nutzen ziehen, den sie benötigen, um im steigenden Wettbewerb bestehen zu können.

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Inhaltsverzeichnis des Leitfadens

Ansprechpartnerinnen

  • Dr. rer. nat. Gisela Runge Lebensmittelchemikerin / Dipl.-oec.-troph. Geschäftsführende Wissenschaftliche Leiterin Assistentinnen: Ines Terbeck / Cathrin Smalla
  • +49 30 4030445-19/-28
  • +49 30 4030445-57
  • runge@milchindustrie.de
  • terbeck@milchindustrie.de
  • smalla@milchindustrie.de
  • Astrid Stein Rechtsanwältin Referentin Assistentin: Jana Halbreiter
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