Vermeidung und Reduzierung von Lebensmittelverlusten

Eine effiziente Ressourcennutzung ist ein Grundpfeiler des Milchindustriesektors. Die Vermeidung und Reduzierung von Lebensmittelverlusten wird sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene auf jeder Stufe der Lebensmittelversorgungskette näher betrachtet und ist ein Thema, das eng mit den Nachhaltigkeitsbemühungen und der gesellschaftlichen Verantwortung des MIV verbunden ist. Die Zahl der Lebensmittel, die aus verschiedenen Gründen nicht gegessen oder insbesondere aufgrund eines abgelaufenen Mindesthaltbarkeits- bzw. Verbrauchsdatum als nicht marktfähig gelten und weggeworfen werden, beträgt in Deutschland laut aktuellen Schätzungen jährlich 11 Mio. Tonnen (Quelle: BMEL „Zu gut für die Tonne“, 2014).

Die höchsten Verluste entlang der Wertschöpfungskette treten beim Endkunden auf (Quelle: ifeu „Umweltbilanz von Milch- und Milcherzeugnissen“, 2014 und GfK im Auftrag vom BMEL „Systematische Erfassung von Lebensmittelabfällen der privaten Haushalte in Deutschland“, 2018). Lebensmittelverschwendung ist somit nicht nur ein ethisches Problem, sondern hat zudem indirekte Umweltauswirkungen und ist auch aus ökonomischer Sicht zu vermeiden.

Mengenanteile (%) der Lebensmittelarten nach vermeidbar und unvermeidbar

© GfK im Auftrag vom BMEL „Systematische Erfassung von Lebensmittelabfällen der privaten Haushalte in Deutschland“, S. 14

Bis 2030 ist geplant, die Lebensmittelverschwendung in Europa und auch Deutschland pro Kopf zu halbieren und Lebensmittelverluste entlang der Produktions- und Lieferkette zu verringern.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat neben ihrer Initiative „Zu gut für die Tonne“ zu dem Thema eine „Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ in Zusammenarbeit mit den Bundesländern, den Verbänden und der Zivilgesellschaft erarbeitet.

Durch die Produktion von Lebensmitteln, die nicht dem menschlichen Verzehr zugeführt werden, werden wertvolle Ressourcen verschwendet und das Klima belastet. Wichtig sind ein Umdenken in der Bevölkerung und eine größere Wertschätzung gegenüber unseren Lebensmitteln.

Lebensmittel sind die Ertragsgrundlage für Lebensmittelproduzenten. Aus ökonomischer Sicht sind Lebensmittelabfälle für die Branche daher nicht tragbar, deshalb legt die Milchindustrie großen Wert auf hohe Effizienz bei der Produktion. Auch wenn die Verluste entlang der Herstellung von qualitativ hochwertigen Milchprodukten vergleichsweise gering sind, so sieht der Milchsektor insbesondere folgende Maßnahmen für geeignet, um Lebensmittelverluste weiter zu minimieren:

  • Informationen auf Produktverpackungen und im Internet über Lagerung, Zubereitung und über das Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum.
  • Einsatz moderner, industrieller Produktionsanlagen sowie ressourcenschonende Herstellungstechniken sorgen dafür, dass Rohwaren nahezu vollständig verwertet werden können.
  • Einsatz von Warenwirtschaftssystemen zur Abstimmung hinsichtlich Menge, Qualität und Lieferzeitraum von Rohwaren und Lebensmitteln.
  • Vermeidung von Lebensmittelabfällen als Ziel in unternehmensinternen Nachhaltigkeitsstrategien sowie interne Mitarbeiterschulungen und Weiterbildungen.
  • Einsatz bedarfsgerechter Verpackungen als Schutz der Lebensmittel vor Verderb und zur besseren Lagerfähigkeit.
  • Beratung von Verbraucher/innen durch Servicepersonal und Ernährungsberater/innen in den Märkten, z.B. zur richtigen Lagerung von Lebensmitteln.
  • Zusammenarbeit mit und Unterstützung von karitativen Organisationen durch Lebensmittelspenden, wie den Tafeln und Vereinen wie Foodsharing.

Verteilung der Lebensmittelabfälle nach Bereichen der Nahrungsmittelkette

© eigene Darstellung nach BMEL „Zu gut für die Tonne“

Milchverluste entlang der Wertschöpfungskette

© ifeu „Umweltbilanz von Milch- und Milcherzeugnissen“, S. 104

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BLL-Broschüre: Zehn Fragen und Antworten zum Mindesthaltbarkeitsdatum"
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BMEL: Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung

Ansprechpartnerin

  • Astrid Stein Rechtsanwältin Referentin Assistentin: Monika Hubar
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