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Eiweiß

Eiweiß oder auch Protein ist neben Kohlenhydraten und Fett einer der drei Hauptnährstoffe und sollte laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 10 bis 15 Energieprozent der täglichen Zufuhr ausmachen oder auch 0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht, wobei Frauen jedoch nicht mehr als 120 g pro Tag und Männer nicht mehr als 140 g pro Tag aufnehmen sollten. Im Körper erfüllen Proteine zahlreiche lebenswichtige Aufgaben und Funktionen z. B. als Strukturproteine in allen Körperzellen, Transportproteine oder als Enzyme.

Das Eiweiß setzt sich aus einzelnen Aminosäuren, den kleinsten Eiweißbausteinen, zusammen. Es existieren 20 verschiedene natürliche Aminosäuren, die für den Aufbau von pflanzlichem und tierischem Eiweiß von Bedeutung sind. Hierbei unterscheidet man essentielle und nicht essentielle Aminosäuren. Die essentiellen Aminosäuren müssen mit der Nahrung zugeführt werden, die nicht-essentiellen Aminosäuren kann der Körper selbst bilden.

Eiweiß ist sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, allerdings ist der Gehalt in tierischen Nahrungsmitteln wie Milch und Milchprodukten, Fisch, Fleisch und Eiern deutlich höher als in pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Milch enthält ca. 3,3 bis 3,5 Prozent Eiweiß, welches zu 80 Prozent aus Kasein und zu 20 Prozent aus Molkeneiweiß (Albumin und Globulin) besteht. Das Milcheiweiß setzt sich aus insgesamt 19 verschiedenen Aminosäuren zusammen und enthält alle acht essenziellen Aminosäuren. Milch und Milchprodukten stellen daher eine sehr hochwertige Quelle für die Versorgung mit lebensnotwendigen Proteinen dar.

Gras ist die wichtigste Eiweißpflanze in Deutschland!

Das Gras-Eiweiß können wir nicht essen, wir essen es über den Umweg Milch/Milchprodukte und Fleisch. Manche, oft sehr schön anzuschauende, Landwirtschaftsflächen können nur über das Grünland genutzt werden und nützen über diesen Umweg trotzdem unserer Ernährung, sogar mit einem sehr wertvollen Eiweiß.

Unsere wichtigste „Eiweißpflanze“ in Deutschland ist das Grünland. Die Eigenversorgung mit Futter-Eiweiß beträgt in Deutschland nur rund 73 % der verfütterten Menge (6,25 Mio. Tonnen verdauliches Eiweiß, Durchschnitt 2008-2015). Von dieser im Inland erzeugten Futter-Eiweißmenge liefert das Grünland mehr als die Hälfte! Die Eiweißmenge vom deutschen Grünland ist rund fünf mal so hoch wie die Import-Eiweißmenge aus Sojaschrot. Das intensiv genutzte Grünland in Niedersachsen liefert ca. 16 % Eiweiß in der Trockenmasse. Die heute dominierende „Stärkepflanze“, der Silomais, hat nur 7,5 % Eiweiß in der Trockenmasse.

Futterrationen mit Mais müssen in der Tierfütterung zur Eiweißergänzung mit Gras (frisch, siliert=Grassilage oder luftgetrocknet=Heu), Soja- oder Rapsschrot oder heimischen Acker-Körnereiweißpflanzen, wie Lupinen, Erbsen oder Ackerbohnen, gemischt werden. Die Mägen der Tiere vertragen den getoasteten Sojaschrot von den Körner-Eiweißpflanzen meist am besten.
Getoastet bedeutet hier dampferhitzt und entölt.

Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (www.dge.de)
  • Taschenatlas der Ernährung (3. Auflage von 2007), S. 120, S. 139, Hans Konrad Biesalski, Peter Grimm, Susanne Nowitzki-Grimm, Stuttgart
  • Lexikon der Milch (1988), S. 96, S. 240, Prof. Dr. Edmund Renner, München
  • aid (2013): Milch und Milcherzeugnisse, Broschüre des aid infodienst 1008/2013
  • Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e.V. (www.dialog-milch.de)
  • Gras ist die wichtigste Eiweißpflanze in Deutschland!: Georg Keckl – https://www.facebook.com/georg.keckl.7/posts/145665132916797